CRISPR/Cas-Systeme: Nur Chancen oder auch Risiken?

05.11.2019
Der Vortrag ist Teil des gemeinsamen Fortbildungsprogramms mit der Landesgruppe Thüringen der DPhG und dem Institut für Pharmazie in Jena im Wintersemester 2019/20.

CRISPR/Cas-Systeme gehören zu den sogenannten Genscheren, mit denen in Genomen beliebiger Organismen gezielt Schnitte erzeugt und dadurch neue Mutationen in die DNA eingeführt oder bestehende Mutationen repariert werden können. Diese Art des „Editierens“ von Genomen revolutioniert derzeit die molekularbiologische Forschung und bietet neue Perspektiven in der Wirkstoffentwicklung. Beispielsweise können mit der CRISPR/Cas-Methode dringend für die Validierung von Wirkstoffzielen und die Evaluation der Wirksamkeit von Arzneistoffkandidaten benötigte Tiermodelle wesentlich einfacher erzeugt werden als bisher.

CRISPR/Cas-Systeme werden aber auch selbst zum Wirkstoff und ermöglichen damit wahrscheinlich in Zukunft die kausale Therapie verschiedener Erbkrankheiten. Erste klinische Studien mit solchen Fragestellungen laufen bereits. Eine ethische Diskussion, die in diesem Zusammenhang zu führen ist, betrifft die Frage, ob das Editieren des menschlichen Genoms grundsätzlich nur an somatischen Körperzellen oder auch in der Keimbahn erlaubt werden soll.

CRISPR/Cas-Systeme könnten zukünftig auch in anderen Bereichen wie beispielsweise der Bekämpfung von Infektionskrankheiten eine wichtige Rolle spielen. So könnten durch den Einsatz einer „aktiven Genetik“ weltweite Gesundheitsprobleme wie die Malaria eliminiert werden, allerdings bergen auch diese Vorhaben möglicherweise unabsehbare Risiken und Nebenwirkungen.

Referent des Vortrages ist Professor Dr. Thomas Winckler, Inhaber des Lehrstuhls für Pharmazeutische Biologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

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