Notfalldepots

Vorratshaltung nach § 15 Abs. 2 ApBetrO

Gemäß § 15 Abs. 2 ApBetrO müssen die dort genannten Arzneimittel entweder in der Apotheke vorrätig gehalten werden oder es muss sichergestellt sein, dass sie kurzfristig beschafft werden können. Um jeder Apotheke, ohne das Risiko der Lagerhaltung selbst zu tragen, den schnellen Zugriff auf die vorgeschriebenen lebensrettenden Notfallpräparate zu sichern, hat die Landesapothekerkammer drei Notfalldepots eingerichtet.

Die Abgabe der Arzneimittel aus den Depots ist grundsätzlich jederzeit möglich. Um einen reibungslosen Ablauf einer Entnahme eines Präparates aus dem Depot zu ermöglichen, sind vor Abholung folgende Maßnahmen zu ergreifen. In einem Notfall ist es wichtig, vorab telefonischen Kontakt mit der Klinikapotheke, welche das Notfalldepot führt aufzunehmen, um sicherzustellen, dass das benötigte Medikament vorrätig ist und wann und durch welche Person (Boten der anfordernden Apotheke) das Präparat abgeholt wird. Bitte beachten Sie, dass keine Abgabe an Patienten erfolgt und der Versand durch das Notfalldepot nicht möglich ist.

Das benötigte Arzneimittel wird dann dem abholenden Apotheker oder dem von ihm beauftragten Boten gegen Quittung ausgehändigt. Handelt es sich um ein Präparat, dass unter das BtMG fällt, sind besondere Voraussetzungen zu beachten. Die Abgabe eines Betäubungsmittels ist nur dann zulässig, wenn die Abgabe zur Deckung des nicht aufschiebbaren Betäubungsmittelbedarfs eines ambulant versorgten Palliativpatienten dient und die empfangende Apotheke die Betäubungsmittel nicht vorrätig hat bzw. nicht rechtzeitig beschaffen kann. Bei Weitergabe eines Betäubungsmittels ist das Abgabebeleg-Verfahren anzuwenden.

Das entnommene Arzneimittel wird der entnehmenden öffentlichen Apotheke von der Klinikapotheke, die das Notfalldepot betreibt, in Rechnung gestellt. Die Kosten für das Notfallarzneimittel werden dann mit dem Rezept über die zuständige Krankenkasse abgerechnet bzw. auf einem Privatrezept quittiert.

Das entnommene Arzneimittel wird durch die Klinikapotheke wieder neu bestellt und die Entnahme und Nachbestellung ist durch Ausfüllen des Dokumentationsbogens von der Klinikapotheke festzuhalten und ist der Landesapothekerkammer Thüringen zur Kenntnis gegeben.