Bekannte Arzneimittel – neue Wirkung im Kampf gegen Infektionen?

07.06.2019 - Information & Internet, Arzneimittelinformation
Influenza-A-Viren sorgen periodisch für schwere Grippewellen. Aufgrund ihrer genetischen Variabilität können neue Subtypen entstehen, vor denen saisonale Influenza-Impfstoffe nicht ausreichend schützen. Auf der Suche nach einer wirksamen Behandlung schwerer Influenzainfektionen haben Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts mit Hilfe der Bioinformatik Therapeutika für andere Indikationen auf ihre potenzielle Wirksamkeit gegen Grippeviren gescreent. Vielversprechende Wirkstoff-Kandidaten wurden zellbasiert und tierexperimentell getestet. Mit Dextromethorphan wurde ein potenzieller Wirkstoff identifiziert.

Wie das Paul-Ehrlich-Institut auf seinen Internetseiten berichtet, waren von 15 Kandidaten-Wirkstoffen vier in der Lage, in vitro eine Influenza-A-Infektion einzudämmen. In Wirksamkeitsstudien an Mäusen führte der Wirkstoff Dextromethorphan zu einer signifikanten Abnahme der Erregermenge in der Lunge und verstärkte zudem die Wirksamkeit des Virustatikums Oseltamivir. Bei mit dem Influenza-A-Virusstamm H1N1 infizierten Frettchen führte die Gabe von Dextromethorphan zudem zu einer Verminderung des Schweregrads der Grippeerkrankung, senkte allerdings hier nicht den Virustiter.

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