Erkrankungen des vorderen Augenabschnitts

22.01.2020
Erkrankungen des vorderen Augenabschnittes wie Konjunktivitis, Blepharitis und Sicca-Syndrom führen Patienten häufig zunächst in die Apotheke. Daraus ergeben sich wichtige und verantwortungsvolle Aufgaben für die Beratung. Hierzu gehören die Überprüfung der meist selbst gestellten Verdachtsdiagnose und damit der Ausschluss von Alarmsymptomen als Ausdruck ernsterer Augenerkrankungen. Weiterhin gilt es, aus den in großer Zahl verfügbaren Zubereitungen eine rationale Auswahl vorzunehmen und die korrekte Anwendung zu erläutern.

Im Anschluss an eine kurze anatomisch-physiologische Einführung werden die wichtigsten Krankheitsbilder und ihre Therapie vorgestellt.

Konjunktivitiden können allergische (Heuschnupfen), infektiöse (bakterielle oder virale Bindehautentzündungen) sowie nicht-infektiöse Ursachen haben (Reizkonjunktivitis, Verblitzung, Kontaktlinsen-assoziierte Konjunktivitis). Bei allergischer Rhinokonjunktivitis kommen in erster Linie topische oder systemische H1-Antihistaminika zum Einsatz, während bei unkomplizierten Virusinfekten sowie bei der Reizkonjunktivitis Tränenersatzmittel den klassischen Weißmachern als risikoärmere Alternative vorzuziehen sind.

Bei der Blepharitis handelt es sich um eine entzündliche Schwellung der Lidränder, die häufig, aber nicht obligat mit einer Konjunktivitis einhergeht. Komplikationen der Blepharitis sind Staphylokokken-Infektionen der Lidranddrüsen (Gerstenkorn = Hordeolum) bzw. das Hagelkorn, ein nicht-infektiöser Sekretstau in den Meibom-Drüsen.

Als trockenes Auge oder Sicca-Syndrom bezeichnet man jede qualitative bzw. quantitative Veränderung der Zusammensetzung des präkornealen Tränenfilms. Ist die wässrige Komponente des Tränenfilms vermindert, resultiert ein Trockenheits- oder Sandkorngefühl mit Juckreiz und Brennen. Bei einer Störung der Meibomdrüsen fehlen dagegen die den Tränenfilm stabilisierenden Lipide, der Tränenfilm reißt zu rasch auf und die Tränenflüssigkeit läuft über die Lidkante ab (Reizsekretion). Behandelt wird das trockene Auge mit Netzmitteln unterschiedlicher Viskosität bzw. im Falle der Reizsekretion insbesondere mit lipidhaltigen Augentropfen bzw. liposomalen Augensprays. Das Sicca-Syndrom schränkt nicht nur die Lebensqualität erheblich ein, sondern kann bei unzureichender Behandlung auch zu tiefgreifenden strukturellen Schäden führen. Daher ist es wichtig ist es, nicht auf Beschwerden zu reagieren, sondern die Präparate vielmehr hochfrequent und nach der Uhr anzuwenden.

Referent des Vortrages ist Herr Dr. Eric Martin, Leiter der Hubertus-Apotheke in Marktheidenfeld.

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