Jour Fixe „Arzneimittel“ will Lieferengpässe in Krankenhausversorgung reduzieren

09.10.2019 - Apothekenwesen, Information & Internet, externe Gremien
Pro Generika e.V. berichtet in einer aktuellen Pressemitteilung, dass die Teilnehmer der Jour Fixe „Liefer- und Versorgungsengpässe bei Arzneimitteln“ beim Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Empfehlungen erarbeitet haben, die in den Verträgen zwischen Herstellern und Krankenhausapotheken bzw. den krankenhausversorgenden Apotheken berücksichtigt werden – und so Lieferengpässen vorbeugen und die Versorgung von Krankenhauspatienten verbessern sollen.

Im Wesentlichen geht es um folgende Faktoren:
  • Die pharmazeutischen Unternehmen erhalten eine Abnahme-Gewährleistung – das heißt, dass ihnen die Klinikapotheken vertraglich vereinbarte Mengen auch tatsächlich abnehmen. Das macht eine sicherere Produktionsplanung möglich.
  • Außerdem soll sich in den vereinbarten Preisen widerspiegeln, wenn ein Hersteller besondere Vorkehrungen für seine Lieferfähigkeit trifft und etwa abgetrennte Lagerkapazitäten für bestimmte Käufer vorhält oder mehrere Wirkstoffquellen für einzelne Produkte heranzieht. Mit diesen Empfehlungen wird dargestellt, dass ein Mehr an Liefersicherheit auch ein Mehr an finanziellen Aufwand erfordert.
  • Auch sollen Verträge für mindestens zwölf Monate mit einem Vorlauf von wenigstens sechs Monaten abgeschlossen werden. Auf diese Weise erhalten Unternehmen die Planungssicherheit, die sie zur Etablierung einer robusten Lieferkette brauchen.
Die Empfehlungen wurden lang und intensiv diskutiert und sollen vor allem für versorgungsrelevante Arzneimittel gelten – also für Wirkstoffe ohne gleichwertige Alternative, bei deren Fehlen sich die Prognose eines Patienten verschlechtert und die er innerhalb von 24 Stunden benötigt. Auch wenn die Empfehlungen keine Rechtswirkung haben, will der Jour Fixe nachhalten, inwieweit die Kriterien selbst zu einer Verbesserung der Situation im Klinikgeschäft beitragen.

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