Neuartiges Coronavirus (2019-nCoV)

29.01.2020 - Information & Internet
In China treten derzeit vermehrt Krankheitsfälle durch ein neuartiges Coronavirus (2019-nCoV) auf. Als ursprüngliche Ansteckungsquelle werden Tiermärkte vermutet. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nachgewiesen. In Deutschland ist am 27. Januar 2020 der erste Fall bestätigt worden. Nach einer Inkubationszeit von 2-14 Tagen können Symptome wie Fieber, Husten und Atemnot auftreten. Die drei bekannt gewordenen neuen Fälle in Deutschland stehen in Zusammenhang mit dem ersten Patienten in Bayern, der sich bei einer Kollegin aus China angesteckt hatte.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hatte über den ersten Fall einer Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus in Bayern informiert. Die Ministerin betonte: "Wir nehmen die Lage sehr ernst. Bayern ist aber gut vorbereitet. So haben wir bereits seit Jahren eine Spezialeinheit für solche Fälle – die 'Task Force Infektiologie' am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Diese Spezialeinheit ist jederzeit einsatzbereit. Zusätzlich haben wir bereits in der vergangenen Woche einen speziellen Arbeitsstab im Ministerium gebildet. Mit dem Robert Koch-Institut und dem Bund sind wir bereits seit längerem intensiv im Austausch."

Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung bleibt derzeit weiterhin gering.‎ Diese Einschätzung kann sich kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern. Dr. Martin Hoch, Leiter der "Task Force Infektiologie" am LGL, ergänzte: "Die Ansteckungsgefahr bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (nCoV) ist wissenschaftlich noch nicht konkret erforscht worden. Nach Einschätzung der 'Task Force Infektiologie' ist das Infektionsrisiko für die Bevölkerung durch dieses Virus nach derzeitigem Kenntnisstand gering. Gleichwohl wird zu den üblichen Vorsichtsmaßnahmen geraten – etwa zu einem gründlichen Händewaschen nach einer Fahrt mit dem Bus oder der U-Bahn." Aktuelle Informationen und regelmäßig Situationsberichte mit Risikoeinschätzungen werden durch das Robert Koch-Institut und die WHO erstellt und veröffentlicht.

Mundschutz
Dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit das eigene Risiko einer Ansteckung signifikant verringert, ist nicht wissenschaftlich belegt (kein Eigenschutz). Um einen effektiven Infektionsschutz zu gewährleisten ist in erster Linie auf eine gute Händehygiene, eine angemessene Husten- und Nies-Etikette sowie auf den Abstand zu Erkrankten zu achten. Diese Maßnahmen sind in Anbetracht der Grippewelle aber überall und jederzeit angeraten.

Das RKI empfiehlt nur im Verdachtsfall das Tragen eines enganliegenden mehrlagigen Mund-Nasen-Schutzes vom infizierten Patienten. Dadurch kann das Risiko einer Übertragung auf andere Personen durch Tröpfchen verringert werden (Fremdschutz). Personen, die mit Infizierten Kontakt haben wird das Tragen von mindestens FFP2-Masken als Atemschutz empfohlen. Für die optimale Wirksamkeit ist es aber wichtig, dass der Mund-Nasen-Schutz korrekt sitzt (d.h. eng anliegend getragen wird), bei Durchfeuchtung gewechselt wird, und dass während des Tragens keine (auch keine unbewussten) Manipulationen daran vorgenommen werden.

Telefon-Hotlines zum Coronavirus
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) richtete eine Coronavirus-Hotline ein. Unter der Telefonnummer 09131/6808-5101 können verunsicherte Bürgerinnen und Bürger Fragen stellen. Auch die Berliner Gesundheitsverwaltung hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus‘ eine Hotline geschaltet. Seit Dienstag beraten Fachleute Menschen, die befürchten, sich angesteckt zu haben. Die Hotline ist zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Telefonnumer 030-90282828 erreichbar. Zusätzlich hat die Krankenkasse BARMER hat unter 0800 8484111 eine Hotline zum Coronavirus eingerichtet. Medizinexperten geben hier rund um die Uhr Informationen dazu, wer besonders gefährdet ist, wie man sich schützen und einen Verdachtsfall erkennen kann.

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