Das Restless-Legs-Syndrom - Läufst du noch oder schläfst du schon?

28.11.2019
Bei wenigen Erkrankungen besteht eine derartig große Diskrepanz zwischen der Häufigkeit in der Bevölkerung und der Kenntnis von Symptomen und Therapien bei den Ärzten. Die Mehrheit der Patienten sucht den Hausarzt wegen Schlafstörungen auf und nicht primär wegen unruhiger Beine.

Etwa 10 % der Bevölkerung erleben im Laufe ihres Lebens Beschwerden eines Restless-legs-Syndroms. Mindestens 3.000.000 Menschen in Deutschland sind behandlungsbedürftig. In vielen Fällen liegt eine Vererbung des Restless-legs-Syndroms vor mit vielen betroffenen Familienangehörigen. Die Einschränkung der Lebensqualität ist oft erheblich und für den Außenstehenden nur schwer verständlich. Entgegen weit verbreiteter Meinung, sind bis zu einem Prozent der schulpflichtigen Kinder relevant betroffen, bei denen noch viel seltener die Diagnose gestellt und eine Therapie eingeleitet wird. Hier sind Fehldiagnosen wie ADHS leider die Regel. Eine vergleichbare Unkenntnis dieser Erkrankung in der Ärzteschaft betrifft Schwangere, für die damit die letzten Monate der Schwangerschaft zum Albtraum werden können.

Das Syndrom wurde vor über 300 Jahren erstmalig beschrieben um erst nach dem Zweiten Weltkrieg wiederentdeckt zu werden. Die Pathophysiologie ist weiterhin unverstanden. Einigkeit besteht lediglich darin, dass es sich um eine Erkrankung des Gehirns handelt. Das Restless-legs-Syndrom hat keine pathophysiologischen Parallelen zum Parkinson-Syndrom. Dennoch leiden Parkinson-Patienten häufiger unter einem Restless-legs-Syndrom und eine dopaminerge Medikation ist in beiden Fällen wirksam.

Die erste erfolgreiche Therapie mit L-Dopa wurde in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts eingeführt. Inzwischen sind verschiedene Dopa-Agonisten und zuletzt ein Opiat zugelassen worden. Mit der scheinbar einfachen Therapie ergeben sich bei vielen Patienten rasch neue Probleme durch Augmentation oder seltene, aber gravierende Nebenwirkungen, über die häufig - in Unkenntnis - nicht aufgeklärt wird.

Über die dopaminerge Therapie hinaus existieren weitere, effektive pharmakologische Therapieoptionen. Auf der anderen Seite ist für zahlreiche Medikamente eine Verstärkung oder gar Auslösung eines Restless-legs Syndroms bekannt. Die Kenntnis dieser Nebenwirkungen ermöglicht einfache und rasche Lösungen für den Patienten.

Der Vortrag versucht die Fülle des inzwischen vorliegenden Wissens zum Verlauf und zur Therapie einer der häufigsten neurologischen Erkrankungen in einer, für den in der Praxis tätigen Apotheker, übersichtlichen Weise darzustellen.

Dr. Alexander Rose ist Facharzt für Neurologie u. a. als oberärztlicher Leiter des EMG-Labors im Sophien- und Hufeland-Klinikum Weimar tätig.

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